Grundlagen der Buchführung: Kontokorrentbuch, Anlagebuch, Lohnbuch und Lagerbuch

Neben Grundbuch und Hauptbuch gibt es in der Buchführung weitere Bücher beziehungsweise Aufzeichnungssysteme, die als Nebenbücher bezeichnet werden. Sie dienen dazu, bestimmte Geschäftsvorfälle und Hauptbuchkonten genauer aufzugliedern. Während im Hauptbuch beispielsweise der gesamte Forderungsbestand auf einem Sachkonto zusammengefasst wird, kann ein Nebenbuch zeigen, welcher einzelne Kunde noch welchen Betrag schuldet. Typische Nebenbücher sind deshalb das Kontokorrentbuch, das Anlagebuch, das Lohn- und Gehaltsbuch und das Lagerbuch. In der modernen Buchhaltung werden diese Informationen meist nicht mehr in gebundenen Büchern geführt, sondern in entsprechenden elektronischen Nebenbuchsystemen. Für deine Ausbildung solltest du vor allem wissen, welches Nebenbuch welche Informationen enthält und wie die Daten mit dem Hauptbuch zusammenhängen.

Grundbuch und Hauptbuch als Grundlage

Bevor du dich mit den Nebenbüchern beschäftigst, solltest du Grundbuch und Hauptbuch voneinander unterscheiden können.

Im Grundbuch beziehungsweise Journal werden Geschäftsvorfälle in ihrer zeitlichen Reihenfolge erfasst. Dadurch lässt sich nachvollziehen, wann ein Geschäftsvorfall stattgefunden beziehungsweise gebucht wurde.

Das Hauptbuch ordnet die Geschäftsvorfälle dagegen sachlich nach Konten. Dort werden beispielsweise die Bewegungen auf den Konten Kasse, Bank, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder Umsatzerlöse zusammengeführt.

Bei moderner elektronischer Buchführung bedeutet das nicht, dass ein Geschäftsvorfall mehrfach manuell eingegeben werden muss. Die Buchhaltungssoftware kann aus einem Buchungsdatensatz sowohl die zeitliche Journalansicht als auch die sachliche Kontendarstellung erzeugen.

Was sind Nebenbücher?

Nebenbücher ergänzen das Hauptbuch und liefern detailliertere Informationen zu bestimmten Bereichen der Buchführung.

Im Hauptbuch werden viele Geschäftsvorfälle auf Sachkonten zusammengefasst. Bei einer großen Zahl einzelner Kunden, Lieferanten, Anlagen oder Warenbestände reichen diese Sammelinformationen für die tägliche Arbeit jedoch häufig nicht aus.

Ein Unternehmen möchte beispielsweise nicht nur wissen:

Wie hoch sind unsere gesamten Forderungen?

Es möchte zusätzlich wissen:

Welcher Kunde schuldet uns welchen Betrag?

Genau diese zusätzliche Detailinformation kann ein Nebenbuch liefern.

Die GoBD berücksichtigen solche Nebenbücher beziehungsweise Nebensysteme ausdrücklich. Werden verdichtete Werte in ein Hauptsystem übernommen, müssen die dazugehörigen Einzelaufzeichnungen aus den Vor- und Nebensystemen erhalten bleiben.

Warum werden Nebenbücher geführt?

Nebenbücher erhöhen die Übersichtlichkeit der Buchführung, weil umfangreiche Sachverhalte genauer untergliedert werden können.

Angenommen, ein Unternehmen hat mehrere hundert Kunden. Würden sämtliche Kundenforderungen ausschließlich auf einem einzigen Sachkonto Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geführt, könnte zwar der Gesamtbetrag festgestellt werden. Es wäre aber wesentlich schwieriger zu erkennen, welcher Kunde bereits bezahlt hat und welche Rechnung noch offen ist.

Mit einem Nebenbuch lassen sich solche Einzelinformationen getrennt führen, während im Hauptbuch weiterhin der Gesamtbestand dargestellt wird.

Nebenbücher erfüllen damit insbesondere eine Detaillierungs-, Informations- und Kontrollfunktion.

Wie hängen Hauptbuch und Nebenbuch zusammen?

Das Hauptbuch enthält die Sachkonten der Finanzbuchführung. Nebenbücher liefern zu bestimmten Sachkonten zusätzliche Einzelinformationen.

Ein typisches Beispiel ist das Sachkonto:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Im Hauptbuch wird darauf der gesamte Forderungsbestand erfasst.

Im zugehörigen Nebenbuch kann dagegen für jeden Kunden ein eigenes Debitorenkonto geführt werden.

Das bedeutet: Das Hauptbuch zeigt den Gesamtwert, während das Nebenbuch erklärt, wie sich dieser Gesamtwert zusammensetzt.

Die GoBD verlangen bei Bilanzierenden eine sachliche Darstellung nach Sach- und Personenkonten. Die Anforderungen an die Kontenfunktion gelten ausdrücklich auch für Nebenbücher.

Müssen Hauptbuch und Nebenbuch übereinstimmen?

Ja. Die entsprechenden Werte müssen miteinander abgestimmt werden können.

Angenommen, ein Unternehmen hat drei Kunden mit folgenden offenen Forderungen:

Kunde A: 2.000 €
Kunde B: 3.000 €
Kunde C: 5.000 €

Im Nebenbuch ergeben sich damit offene Forderungen von insgesamt:

10.000 €

Der entsprechende Gesamtbestand im Hauptbuch muss ebenfalls 10.000 € betragen.

Stimmen Haupt- und Nebenbuch nicht überein, muss geprüft werden, ob beispielsweise eine Buchung fehlt, falsch zugeordnet oder doppelt erfasst wurde.

Welche Nebenbücher gibt es?

Je nach Art und Organisation des Unternehmens können unterschiedliche Nebenbücher beziehungsweise Nebenbuchsysteme eingesetzt werden.

Typische Beispiele sind:

• Kontokorrentbuch beziehungsweise Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung
• Anlagebuch beziehungsweise Anlagenbuchhaltung
• Lohn- und Gehaltsbuch beziehungsweise Lohnbuchhaltung
• Lagerbuch beziehungsweise Waren- und Lagerbuchhaltung
• Wechselbuch

Daneben können je nach Unternehmen weitere Nebenbücher oder Nebensysteme geführt werden.

Der Begriff Geschäftsfreundebuch wird traditionell ebenfalls für das Kontokorrentbuch verwendet. Heute sind Bezeichnungen wie Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung beziehungsweise Kontokorrentbuch gebräuchlicher.

Kontokorrentbuch beziehungsweise Geschäftsfreundebuch

Das Kontokorrentbuch gehört zu den klassischen Nebenbüchern. Es dient dazu, Forderungen gegenüber Kunden und Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten detailliert zu erfassen.

Dabei werden für einzelne Geschäftspartner sogenannte Personenkonten geführt.

Man unterscheidet:

Debitoren = Kunden

und

Kreditoren = Lieferanten

Das Kontokorrentbuch kann daher in einen Bereich für Debitoren und einen Bereich für Kreditoren gegliedert werden. Eine feste vorgeschriebene Aufteilung in einen „ersten“ und „zweiten“ Teil gibt es allerdings nicht. In elektronischen Buchführungssystemen werden beide Bereiche normalerweise als eigene Nebenbuchfunktionen geführt.

Debitorenbuchhaltung: Kundenkonten

In der Debitorenbuchhaltung werden die Forderungen gegenüber einzelnen Kunden verwaltet.

Für jeden Kunden kann ein eigenes Personenkonto eingerichtet werden. Dort lässt sich nachvollziehen:

• welche Rechnungen gestellt wurden,
• welche Forderungen noch offen sind,
• welche Zahlungen eingegangen sind,
• welche Gutschriften berücksichtigt wurden.

Angenommen, ein Kunde erhält eine Rechnung über 2.000 €.

Im Hauptbuch erhöht sich dadurch das Sachkonto:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Gleichzeitig wird die Forderung im Nebenbuch dem entsprechenden Kundenkonto zugeordnet.

Bezahlt der Kunde später, wird der offene Betrag auf seinem Debitorenkonto ausgeglichen.

Warum ist die Debitorenbuchhaltung wichtig?

Das Hauptbuch allein zeigt nur den gesamten Forderungsbestand. Für die tägliche Arbeit muss das Unternehmen jedoch wissen, welcher Kunde noch bezahlen muss.

Die Debitorenbuchhaltung ermöglicht deshalb beispielsweise:

• Überwachung offener Rechnungen,
• Zuordnung von Zahlungseingängen,
• Vorbereitung des Mahnwesens,
• Kontrolle von Zahlungsfristen,
• Auswertung einzelner Kundenbeziehungen.

Die Summe der entsprechenden Debitorensalden muss dabei mit dem zugehörigen Forderungsbestand des Hauptbuchs abgestimmt werden können.

Kreditorenbuchhaltung: Lieferantenkonten

Die Kreditorenbuchhaltung funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip.

Hier werden die Verbindlichkeiten gegenüber einzelnen Lieferanten detailliert erfasst.

Jeder Lieferant kann ein eigenes Kreditorenkonto erhalten. Dort wird beispielsweise festgehalten, welche Lieferantenrechnungen eingegangen sind, welche Beträge noch offen sind und welche Rechnungen bereits bezahlt wurden.

Im Hauptbuch werden diese Beträge dagegen auf dem Sachkonto:

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

zusammengefasst.

Beispiel für die Kreditorenbuchhaltung

Ein Unternehmen hat folgende offene Lieferantenrechnungen:

Lieferant A: 4.000 €
Lieferant B: 2.500 €
Lieferant C: 1.500 €

Die Kreditorenkonten weisen damit insgesamt:

8.000 €

an offenen Verbindlichkeiten aus.

Das entsprechende Sachkonto Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Hauptbuch muss mit dem dazugehörigen Gesamtbestand übereinstimmen.

Dadurch kann das Unternehmen sowohl den Gesamtbetrag seiner Lieferantenverbindlichkeiten als auch die einzelnen offenen Rechnungen nachvollziehen.

Anlagebuch beziehungsweise Anlagenbuchhaltung

Ein weiteres wichtiges Nebenbuch ist das Anlagebuch beziehungsweise die Anlagenbuchhaltung.

Darin werden die einzelnen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens detailliert verwaltet.

Dazu können beispielsweise gehören:

• Maschinen
• Fahrzeuge
• Betriebs- und Geschäftsausstattung
• Technische Anlagen
• Gebäude

Während im Hauptbuch beispielsweise ein Sachkonto für Maschinen geführt wird, können in der Anlagenbuchhaltung die einzelnen Maschinen separat erfasst werden.

Welche Informationen enthält die Anlagenbuchhaltung?

Für einen einzelnen Vermögensgegenstand können beispielsweise folgende Informationen geführt werden:

Anschaffungsdatum: Wann wurde die Anlage gekauft?

Anschaffungs- oder Herstellungskosten: Welcher Wert wurde ursprünglich angesetzt?

Nutzungsdauer: Über welchen Zeitraum wird die Anlage voraussichtlich genutzt?

Abschreibung: In welcher Höhe wird der Vermögensgegenstand abgeschrieben?

Buchwert: Welchen Wert hat die Anlage zum jeweiligen Zeitpunkt noch in der Buchführung?

Außerdem können je nach System beispielsweise Standort, Inventarnummer, Kostenstelle oder Abgangsdatum hinterlegt werden.

Damit lässt sich die Entwicklung eines einzelnen Anlageguts wesentlich genauer verfolgen als über das zusammengefasste Hauptbuchkonto.

Beispiel für Hauptbuch und Anlagebuch

Im Hauptbuch kann beispielsweise das Konto Technische Anlagen und Maschinen einen Gesamtbestand von 300.000 € aufweisen.

In der Anlagenbuchhaltung wird dieser Betrag auf die einzelnen Anlagen aufgeteilt.

Zum Beispiel:

Maschine A
Maschine B
Maschine C
Produktionsanlage D

Für jede dieser Anlagen können Anschaffungswert, Abschreibungen und aktueller Buchwert separat nachvollzogen werden.

Die entsprechenden Einzelwerte müssen sich mit den dazugehörigen Werten der Finanzbuchführung abstimmen lassen.

Lohn- und Gehaltsbuch

Im Lohn- und Gehaltsbuch beziehungsweise in der Lohnbuchhaltung werden die für die Abrechnung der Beschäftigten erforderlichen Informationen verarbeitet.

Für jeden Arbeitnehmer müssen dabei individuelle Daten berücksichtigt werden.

Dazu können beispielsweise gehören:

• Arbeitslohn beziehungsweise Gehalt,
• Lohnsteuerabzugsmerkmale,
• Sozialversicherungsdaten,
• steuerfreie oder steuerpflichtige Bezüge,
• Zuschläge,
• Abzüge.

Die einzelnen Abrechnungen werden detailliert auf Mitarbeiterebene durchgeführt. Die entsprechenden Gesamtbeträge können anschließend in der Finanzbuchführung auf Sachkonten wie Löhne, Gehälter, Verbindlichkeiten oder Bank einfließen.

Ist das Lohn- und Gehaltsbuch freiwillig?

Hier muss die Aussage aus der Vorlage eingeschränkt werden.

Das Gesetz schreibt nicht zwingend ein klassisches gebundenes Nebenbuch mit der Überschrift „Lohn- und Gehaltsbuch“ vor. Arbeitgeber haben jedoch konkrete gesetzliche Aufzeichnungspflichten.

Nach § 41 EStG muss ein Arbeitgeber beispielsweise für jeden Arbeitnehmer und jedes Kalenderjahr ein Lohnkonto führen. Darin sind unter anderem die für den Lohnsteuerabzug erforderlichen Angaben und bestimmte Informationen zu den Lohnzahlungen zu erfassen.

Deshalb wäre die Aussage „Nebenbücher sind grundsätzlich niemals gesetzlich vorgeschrieben“ zu pauschal.

Lagerbuch beziehungsweise Lagerbuchhaltung

Das Lagerbuch dient der detaillierten Erfassung der Bestände und Bestandsbewegungen eines Unternehmens.

Abhängig vom Unternehmen können darin beispielsweise geführt werden:

• Rohstoffe
• Hilfsstoffe
• Betriebsstoffe
• Handelswaren
• Unfertige Erzeugnisse
• Fertige Erzeugnisse

Für einzelne Materialien oder Artikel können separate Lagerdatensätze beziehungsweise Lagerkonten geführt werden.

Welche Informationen enthält ein Lagerbuch?

Bei einem Artikel können beispielsweise erfasst werden:

• Anfangsbestand,
• Zugänge,
• Abgänge,
• aktueller Bestand,
• Lagerort,
• gegebenenfalls Mindestbestand,
• gegebenenfalls Meldebestand.

Dadurch kann ein Unternehmen nachvollziehen, welche Materialien oder Waren vorhanden sind und welche Mengen beschafft oder ausgegeben wurden.

Das Lagerbuch liefert damit wesentlich detailliertere Informationen als ein zusammengefasstes Vorratskonto im Hauptbuch.

Beispiel für das Lagerbuch

Ein Industriebetrieb verwendet verschiedene Rohstoffe.

Im Hauptbuch kann ein entsprechendes Sachkonto den gesamten buchhalterischen Rohstoffbestand darstellen.

Im Lagerbuch beziehungsweise Warenwirtschaftssystem wird dagegen genau erfasst, wie viel von den einzelnen Materialien vorhanden ist.

Zum Beispiel:

Rohstoff A: 500 kg
Rohstoff B: 280 kg
Rohstoff C: 1.200 kg

Bei einem Materialzugang erhöht sich der jeweilige Bestand. Bei einer Entnahme für die Produktion nimmt er entsprechend ab.

Lagerbuch und Warenwirtschaftssystem

In modernen Unternehmen wird das klassische Lagerbuch häufig durch ein elektronisches Warenwirtschafts- oder Lagerverwaltungssystem ersetzt.

Dort können Zu- und Abgänge unmittelbar verarbeitet und Bestände laufend aktualisiert werden.

Dadurch kann ein Unternehmen sehr aktuelle Bestandsinformationen erhalten. Von einem garantierten „Echtzeitbestand“ sollte man allerdings nur sprechen, wenn sämtliche Warenbewegungen zeitnah und korrekt im System erfasst werden.

Auch ein modernes Warenwirtschaftssystem liefert nur so verlässliche Daten, wie die zugrunde liegenden Buchungen und Bestandsmeldungen korrekt sind.

Warum sind Lageraufzeichnungen wichtig?

Ein Unternehmen muss wissen, welche Vermögensgegenstände und Vorräte tatsächlich vorhanden sind.

§ 240 HGB verlangt von buchführungspflichtigen Kaufleuten grundsätzlich die Aufstellung eines Inventars, in dem unter anderem die Vermögensgegenstände nach Art, Menge und Wert erfasst werden. Lageraufzeichnungen können wichtige Informationen für die Bestandsführung und Inventur liefern, ersetzen aber nicht automatisch sämtliche gesetzlichen Anforderungen an die Inventur.

Das Lagerbuch besitzt deshalb sowohl für die Buchführung als auch für die betriebliche Steuerung eine wichtige Funktion.

Wechselbuch

Zu den traditionellen Nebenbüchern gehört auch das Wechselbuch.

Darin wurden Forderungen und Verbindlichkeiten aus Wechselgeschäften detailliert erfasst. Häufig wurde zwischen Besitzwechseln und Schuldwechseln unterschieden.

In älteren Lehrbüchern zur Buchführung wird das Wechselbuch deshalb regelmäßig neben Kontokorrent-, Anlagen-, Lohn- und Lagerbuch aufgeführt.

Für viele heutige Unternehmen spielen Wechsel im Zahlungsverkehr allerdings eine wesentlich geringere Rolle. Trotzdem kann dir der Begriff insbesondere in älteren Buchführungsunterlagen oder Prüfungsfragen begegnen.

Geschäftsfreundebuch und Kontokorrentbuch

Der Begriff Geschäftsfreundebuch ist eine ältere Bezeichnung für das Kontokorrentbuch.

Mit „Geschäftsfreunden“ sind hier insbesondere Kunden und Lieferanten gemeint, mit denen das Unternehmen laufende Geschäftsbeziehungen unterhält.

Heute spricht man häufiger von:

Kontokorrentbuch

oder genauer von:

Debitorenbuchhaltung und Kreditorenbuchhaltung

Inhaltlich steht aber dasselbe Grundprinzip dahinter: Forderungen und Verbindlichkeiten werden für die einzelnen Geschäftspartner detaillierter aufgegliedert.

Sind Nebenbücher nur eine Kopie des Hauptbuchs?

Nein. Diese Formulierung aus der Vorlage wäre zu ungenau.

Nebenbücher enthalten zwar Informationen, die mit dem Hauptbuch zusammenhängen, sie sind aber nicht einfach identische Kopien.

Das Hauptbuch kann beispielsweise nur den Gesamtbestand der Forderungen zeigen.

Die Debitorenbuchhaltung enthält dagegen die Einzelinformationen zu den jeweiligen Kunden und offenen Rechnungen.

Das Nebenbuch erklärt und detailliert also einen bestimmten Bereich des Hauptbuchs.

Wie werden Nebenbücher mit dem Hauptbuch abgestimmt?

Eine wichtige Aufgabe besteht darin, die Nebenbuchwerte regelmäßig mit dem Hauptbuch zu vergleichen.

Beispiel:

Summe aller Debitorenkonten:

25.000 €

Saldo des entsprechenden Forderungskontos im Hauptbuch:

25.000 €

Die Werte stimmen überein.

Weist das Hauptbuch dagegen 25.000 € und das Nebenbuch nur 24.000 € aus, muss die Differenz untersucht werden.

Mögliche Ursachen können beispielsweise eine fehlende, doppelte oder falsch zugeordnete Buchung sein.

Nebenbücher in der elektronischen Buchführung

Der Begriff „Buch“ darf nicht zu wörtlich verstanden werden.

In der modernen Buchführung handelt es sich bei Nebenbüchern häufig um elektronische Module, Dateien oder Nebensysteme innerhalb einer Buchhaltungssoftware.

Beispiele sind:

Debitorenmodul

Kreditorenmodul

Anlagenbuchhaltung

Lohnabrechnungssystem

Warenwirtschaftssystem

Die Informationen können anschließend automatisch mit den Sachkonten des Hauptbuchs verbunden werden.

Die GoBD stellen klar, dass bei der Übernahme verdichteter Werte in das Hauptsystem die zugehörigen Einzelaufzeichnungen aus Vor- und Nebensystemen erhalten bleiben müssen.

Sind Nebenbücher gesetzlich vorgeschrieben?

Die Aussage muss differenziert betrachtet werden.

Das Handelsgesetzbuch schreibt nicht generell vor:

„Jedes Unternehmen muss genau diese fünf Nebenbücher führen.“

Auch die Bezeichnungen Kontokorrentbuch, Anlagebuch oder Lagerbuch sind nicht als starre Form für jedes Unternehmen vorgeschrieben.

Entscheidend ist vielmehr, dass die gesetzlich erforderlichen Aufzeichnungen vollständig, richtig, zeitgerecht, geordnet und nachvollziehbar geführt werden. § 239 HGB lässt ausdrücklich unterschiedliche Formen der Buchführung einschließlich Datenträgern zu, sofern sie den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen.

Je nach Sachverhalt bestehen jedoch spezielle Aufzeichnungspflichten. Ein wichtiges Beispiel ist das Lohnkonto: Arbeitgeber müssen nach § 41 EStG grundsätzlich für jeden Arbeitnehmer und jedes Kalenderjahr ein Lohnkonto führen.

Deshalb gilt:

Nicht jedes klassische Nebenbuch ist für jedes Unternehmen vorgeschrieben.

Aber:

Bestimmte detaillierte Aufzeichnungen können gesetzlich erforderlich sein.

Warum sind Nebenbücher trotzdem so wichtig?

Nebenbücher schaffen zusätzliche Übersicht, ohne das Hauptbuch mit sämtlichen Einzelinformationen zu überladen.

Sie ermöglichen beispielsweise die schnelle Beantwortung von Fragen wie:

Welcher Kunde hat noch nicht bezahlt?

Welche Lieferantenrechnung ist noch offen?

Wie hoch ist der Buchwert einer bestimmten Maschine?

Welche Lohnabrechnung gehört zu welchem Arbeitnehmer?

Wie hoch ist der aktuelle Bestand eines bestimmten Rohstoffs?

Damit erleichtern Nebenbücher sowohl die laufende Buchhaltung als auch betriebliche Kontrollen und Auswertungen.

Nebenbücher und Nachprüfbarkeit

Eine ordnungsgemäße Buchführung muss nachvollziehbar sein.

Nach § 238 HGB muss die Buchführung eines buchführungspflichtigen Kaufmanns so beschaffen sein, dass ein sachverständiger Dritter innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und die Lage des Unternehmens erhalten kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen.

Nebenbücher können diese Nachvollziehbarkeit unterstützen, weil sie die im Hauptbuch zusammengefassten Werte detaillierter erklären.

Sie werden aber nicht nur für eine mögliche Betriebsprüfung geführt. Vor allem benötigt das Unternehmen selbst diese Informationen für seine tägliche Arbeit.

Nebenbücher auf einen Blick

Kontokorrentbuch: Einzelne Kunden und Lieferanten.
Debitorenbuchhaltung: Forderungen gegenüber einzelnen Kunden.
Kreditorenbuchhaltung: Verbindlichkeiten gegenüber einzelnen Lieferanten.
Anlagebuch: Einzelne Vermögensgegenstände des Anlagevermögens.
Lohn- und Gehaltsbuch: Individuelle Lohn- und Gehaltsdaten.
Lagerbuch: Einzelne Vorräte und Bestandsbewegungen.
Wechselbuch: Einzelne Wechselgeschäfte.

Das Wichtigste zu Nebenbüchern

Nebenbücher ergänzen und erläutern das Hauptbuch. Sie ermöglichen eine detaillierte Darstellung von Geschäftsvorfällen, die im Hauptbuch auf Sachkonten zusammengefasst werden.

Das Kontokorrentbuch zeigt beispielsweise, wie sich die gesamten Forderungen und Verbindlichkeiten auf einzelne Kunden und Lieferanten verteilen. Das Anlagebuch enthält Detailinformationen zu einzelnen Anlagen, das Lohn- und Gehaltsbuch zu den Beschäftigten und das Lagerbuch zu einzelnen Beständen und Warenbewegungen.

Dabei müssen die Informationen aus Haupt- und Nebenbuch miteinander abstimmbar sein. Werden Einzelwerte im Nebenbuch geführt und im Hauptbuch zu einem Gesamtbetrag verdichtet, müssen beide Ebenen zusammenpassen.

Für die Buchführung gilt daher vereinfacht:

Grundbuch beziehungsweise Journal = zeitliche Ordnung

Hauptbuch = sachliche Ordnung nach Sachkonten

Nebenbücher = zusätzliche Detailinformationen zu einzelnen Bereichen

Typische Geschäftsvorfälle: Konten erkennen und richtig buchen

Warum ist es sinnvoll, neben Grund- und Hauptbuch auch Nebenbücher zu führen?

A. Nebenbücher ermöglichen es, bestimmte Geschäftsvorfälle detaillierter darzustellen.
B. Nebenbücher liefern zusätzliche Einzelinformationen, die im Hauptbuch nur zusammengefasst dargestellt werden.
C. Jedes Unternehmen ist gesetzlich verpflichtet, alle üblichen Nebenbücher zu führen.
D. Die Werte der Nebenbücher dürfen unabhängig von den zugehörigen Hauptbuchkonten sein.
E. Nebenbücher sind überflüssig, weil das Hauptbuch bereits alle Einzelinformationen enthält.

Warum müssen die Summen der Salden im Kontokorrentbuch mit den entsprechenden Salden im Hauptbuch übereinstimmen?

A. Weil im Kontokorrentbuch und im Hauptbuch dieselben Geschäftsvorfälle zugrunde liegen, im Kontokorrentbuch aber detaillierter nach Kunden und Lieferanten aufgegliedert.
B. Weil im Kontokorrentbuch grundsätzlich andere Werte verwendet werden als im Hauptbuch.
C. Weil die Einzelkonten im Kontokorrentbuch die im Hauptbuch zusammengefassten Forderungen und Verbindlichkeiten näher erläutern.
D. Weil Nebenbücher immer erst nachträglich aus dem Hauptbuch abgeschrieben werden.
E. Weil die Salden eines Nebenbuchs grundsätzlich niedriger sein müssen als die entsprechenden Salden im Hauptbuch.

In welchem Buch findest du detaillierte Informationen zur geplanten Nutzungsdauer einer Maschine?

A. Im Anlagebuch
B. Im Hauptbuch
C. Im Grundbuch
D. Im Kontokorrentbuch
E. In keinem dieser Bücher

In welchem Nebenbuch kannst du den aktuellen Bestand einer Handelsware einsehen?

A. Im Kontokorrentbuch
B. Im Anlagebuch
C. Im Grundbuch
D. Im Lagerbuch
E. Im Lohn- und Gehaltsbuch

Welche der folgenden Bücher gehören zu den Nebenbüchern der Buchführung?

A. Bürgerliches Gesetzbuch
B. Anlagebuch
C. Wechselbuch
D. Lagerbuch
E. Lohn- und Gehaltsbuch

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