In diesem Abschnitt erfährst du, wie Ausgangsrechnungen bei einer Zahlung unter Abzug von Skonto gebucht werden. Verkaufst du Waren oder eigene Erzeugnisse auf Ziel, entsteht zunächst eine Forderung gegenüber deinem Kunden. Gewährst du zusätzlich Skonto, darf der Kunde bei rechtzeitiger Zahlung einen vereinbarten Teil des Rechnungsbetrags abziehen. Dadurch vermindert sich nachträglich der ursprüngliche Umsatzerlös. Gleichzeitig muss bei einem steuerpflichtigen Umsatz auch die Umsatzsteuer korrigiert werden. Für diese Korrektur werden im IKR entsprechende Konten für Erlösberichtigungen verwendet.
Inhalte:
- Was ist Kundenskonto?
- Zahlungsziel und Skonto sind nicht dasselbe
- Ausgangsrechnung zunächst vollständig buchen
- Zahlung ohne Skonto
- Zahlung unter Abzug von Skonto
- Beispiel: 3 % Kundenskonto
- Erlösberichtigung bei eigenen Erzeugnissen
- Erlösberichtigung bei Handelswaren
- Abschluss des Kontos Erlösberichtigungen
- Warum wird die gesamte Forderung ausgebucht?
- Kundenskonto und Lieferantenskonto unterscheiden
- Kundenskonto zusammengefasst
- Typische Geschäftsvorfälle: Konten erkennen und richtig buchen
Was ist Kundenskonto?
Ein Skonto ist ein Preisnachlass, den ein Verkäufer seinem Kunden für eine schnelle Zahlung gewährt.
Beispielsweise kann auf einer Rechnung stehen:
„3 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, 30 Tage netto.“
Bezahlt der Kunde innerhalb der zehn Tage, darf er den vereinbarten Skonto abziehen.
Aus Sicht des Verkäufers sprechen wir von:
Kundenskonto
Aus Sicht des Käufers handelt es sich dagegen um:
Lieferantenskonto
Skonto soll einen Anreiz schaffen, offene Forderungen möglichst schnell zu begleichen.
Zahlungsziel und Skonto sind nicht dasselbe
Ein Zahlungsziel gibt an, bis wann eine Rechnung spätestens bezahlt werden soll.
Eine Skontofrist ist dagegen der Zeitraum, innerhalb dessen der Kunde einen vereinbarten Preisnachlass nutzen darf.
Beispiel:
3 % Skonto innerhalb von 10 Tagen, 30 Tage netto
bedeutet:
Zahlung innerhalb von 10 Tagen:
3 % Skonto möglich
Zahlung nach dem 10. Tag bis zum 30. Tag:
voller Rechnungsbetrag
Deshalb ist die Aussage:
„Wenn ein Zahlungsziel gewährt wird, handelt es sich um Skonto“
nicht richtig.
Ausgangsrechnung zunächst vollständig buchen
Ob ein Kunde den Skonto tatsächlich nutzt, steht bei der Rechnungsstellung noch nicht fest.
Deshalb wird die Ausgangsrechnung zunächst mit dem vollständigen Rechnungsbetrag gebucht.
Beispiel:
Wir verkaufen eigene fertige Erzeugnisse für:
1.000 € netto
Bei 19 % Umsatzsteuer entstehen:
190 € Umsatzsteuer
Der Bruttorechnungsbetrag beträgt:
1.190 €
Der Buchungssatz lautet:
2400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.190 €
an 5000 Umsatzerlöse für eigene Erzeugnisse 1.000 €
an 4800 Umsatzsteuer 190 €
Damit besteht zunächst eine Forderung gegenüber dem Kunden von:
1.190 €
Zahlung ohne Skonto
Bezahlt der Kunde die Rechnung vollständig, wird lediglich die Forderung ausgeglichen.
Der Kunde überweist:
1.190 €
Der Buchungssatz lautet:
2800 Bank 1.190 €
an 2400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.190 €
Das Bankguthaben nimmt zu.
Die Forderung gegenüber dem Kunden wird vollständig ausgeglichen.
Eine Erlösberichtigung ist nicht notwendig, weil kein Preisnachlass gewährt wurde.
Zahlung unter Abzug von Skonto
Nutzt der Kunde den vereinbarten Skonto, zahlt er weniger als den ursprünglich gebuchten Forderungsbetrag.
Die Forderung muss trotzdem vollständig ausgebucht werden.
Die Differenz zwischen Forderung und Zahlung besteht aus:
Netto-Skonto
und
Korrektur der Umsatzsteuer
Der Netto-Skonto wird bei eigenen Erzeugnissen auf dem Konto:
5001 Erlösberichtigungen
erfasst.
Das aktuelle IKR ordnet 5001 den Umsatzerlösen für eigene Erzeugnisse zu. Für Waren ist entsprechend 5101 Erlösberichtigungen vorgesehen.
Beispiel: 3 % Kundenskonto
Wir haben eigene Erzeugnisse für:
1.000 € netto
zuzüglich:
190 € Umsatzsteuer
verkauft.
Der ursprüngliche Rechnungsbetrag beträgt:
1.190 €
Unser Kunde darf bei rechtzeitiger Zahlung:
3 % Skonto
abziehen.
Zunächst wird der Netto-Skonto berechnet:
1.000 € × 3 % = 30 €
Auf diesen Preisnachlass entfällt eine Umsatzsteuer von:
30 € × 19 % = 5,70 €
Der gesamte Brutto-Skonto beträgt:
30 € + 5,70 € = 35,70 €
Der Kunde muss daher noch bezahlen:
1.190 € − 35,70 € = 1.154,30 €
Berechnung im Überblick
Ursprüngliche Forderung:
1.190,00 €
davon Netto-Skonto:
− 30,00 €
davon Umsatzsteuerkorrektur:
− 5,70 €
Zahlungseingang:
1.154,30 €
Die gesamte Forderung von 1.190 € wird damit ausgeglichen.
Buchung des Zahlungseingangs mit Skonto
Der Buchungssatz lautet:
2800 Bank 1.154,30 €
5001 Erlösberichtigungen 30,00 €
4800 Umsatzsteuer 5,70 €
an 2400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.190,00 €
Auf der Sollseite stehen damit insgesamt:
1.154,30 € + 30 € + 5,70 € = 1.190 €
Die Forderung wird im Haben mit:
1.190 €
vollständig ausgeglichen.
Warum wird das Konto Erlösberichtigungen verwendet?
Durch den Skonto reduziert sich nachträglich der Erlös aus dem ursprünglichen Verkauf.
Ursprünglich wurden gebucht:
1.000 € Umsatzerlöse
Nach Abzug von 30 € Netto-Skonto verbleiben wirtschaftlich:
970 €
Der Skonto wird deshalb als Erlösberichtigung erfasst.
Beim Verkauf eigener Erzeugnisse wird dafür im IKR das Konto:
5001 Erlösberichtigungen
verwendet.
Warum muss die Umsatzsteuer korrigiert werden?
Beim ursprünglichen Verkauf wurden:
190 € Umsatzsteuer
gebucht.
Durch den Kundenskonto verringert sich der Nettoerlös jedoch von:
1.000 € auf 970 €
Die Umsatzsteuer auf 970 € beträgt:
970 € × 19 % = 184,30 €
Die ursprünglich gebuchten 190 € müssen deshalb um:
190 € − 184,30 € = 5,70 €
vermindert werden.
Nach § 17 UStG muss der Unternehmer bei einer nachträglichen Änderung der Bemessungsgrundlage grundsätzlich auch den geschuldeten Umsatzsteuerbetrag berichtigen.
Skonto vom Netto- oder Bruttobetrag berechnen?
Für die Buchführung ist es sinnvoll, den Skonto in:
Netto-Skonto
und
Umsatzsteuerkorrektur
aufzuteilen.
Im Beispiel ergibt sich:
30 € Netto-Skonto
und
5,70 € Umsatzsteuerkorrektur
Der gesamte Abzug beträgt:
35,70 €
Rechnerisch ergibt sich derselbe Bruttoabzug auch direkt aus:
1.190 € × 3 % = 35,70 €
Die Aussage:
„Skonto wird immer vom Nettobetrag berechnet“
ist deshalb zu pauschal.
Für die Buchung muss jedoch klar sein, welcher Teil den Erlös und welcher Teil die Umsatzsteuer korrigiert
Erlösberichtigung bei eigenen Erzeugnissen
Verkauft ein Unternehmen eigene Erzeugnisse, werden die Umsatzerlöse auf:
5000 Umsatzerlöse für eigene Erzeugnisse
gebucht.
Für entsprechende Erlösberichtigungen steht:
5001 Erlösberichtigungen
zur Verfügung.
Beispiel:
Kundenskonto netto:
30 €
Buchung:
5001 Erlösberichtigungen 30 €
Das Konto vermindert damit wirtschaftlich den zuvor erfassten Umsatzerlös.
Erlösberichtigung bei Handelswaren
Werden Handelswaren verkauft, werden die Umsätze auf:
5100 Umsatzerlöse für Waren
erfasst.
Für Erlösberichtigungen steht im IKR:
5101 Erlösberichtigungen
zur Verfügung.
Bei einem Kundenskonto auf einen Warenverkauf wird deshalb nicht 5001, sondern das zum Warenumsatz gehörende Erlösberichtigungskonto verwendet.
Damit gilt:
eigene Erzeugnisse → 5000 / 5001
Handelswaren → 5100 / 5101
Abschluss des Kontos Erlösberichtigungen
Das Konto 5001 Erlösberichtigungen gehört zum Erlöskonto 5000 Umsatzerlöse für eigene Erzeugnisse.
Es wird im Rahmen der Abschlussarbeiten über dieses übergeordnete Erlöskonto abgeschlossen.
Damit werden die ursprünglichen Umsatzerlöse um die gewährten Preisnachlässe vermindert.
Wichtig:
Das Konto 5001 wird nicht über „Fertige Erzeugnisse“ abgeschlossen.
„Fertige Erzeugnisse“ ist ein Bestandskonto. Das Erlösberichtigungskonto gehört dagegen zum Bereich der Umsatzerlöse.
Warum wird die gesamte Forderung ausgebucht?
Der Kunde überweist im Beispiel nur:
1.154,30 €
Trotzdem wird die Forderung von:
1.190 €
vollständig aufgelöst.
Das liegt daran, dass der fehlende Betrag nicht mehr vom Kunden geschuldet wird.
Die Differenz von:
35,70 €
besteht aus dem vereinbarten:
30 € Netto-Skonto
und der:
5,70 € Umsatzsteuerkorrektur
Damit ist die Forderung vollständig erfüllt.
Kundenskonto und Lieferantenskonto unterscheiden
Beim Skonto ist immer entscheidend, aus welcher Sicht du buchst.
Gewährt unser Unternehmen einem Kunden einen Preisnachlass:
Kundenskonto
Dann wird unser Umsatzerlös berichtigt.
Gewährt dagegen unser Lieferant uns einen Skonto:
Lieferantenskonto
Dann wird auf unserer Seite der Einkauf beziehungsweise der entsprechende Aufwand oder Anschaffungswert korrigiert.
Die Buchungslogik ist daher unterschiedlich.
Kundenskonto zusammengefasst
Bei einer Ausgangsrechnung wird zunächst der vollständige Bruttorechnungsbetrag als Forderung gebucht.
Beispiel:
Forderungen 1.190 €
an Umsatzerlöse 1.000 €
an Umsatzsteuer 190 €
Nutzt der Kunde später einen vereinbarten Skonto, wird die Forderung trotzdem vollständig ausgeglichen.
Bei 3 % Skonto ergeben sich im Beispiel:
30 € Netto-Skonto
5,70 € Umsatzsteuerkorrektur
1.154,30 € Bankzahlung
Der Buchungssatz lautet:
Bank 1.154,30 €
Erlösberichtigungen 30 €
Umsatzsteuer 5,70 €
an Forderungen 1.190 €
Für eigene Erzeugnisse verwendet der IKR:
5001 Erlösberichtigungen
Für Handelswaren:
5101 Erlösberichtigungen.
Wird die Bemessungsgrundlage durch den Skonto vermindert, muss auch die Umsatzsteuer entsprechend berichtigt werden.
Typische Geschäftsvorfälle: Konten erkennen und richtig buchen
Wir haben unserem Kunden eine Rechnung über 59.500 € inklusive 19 % Umsatzsteuer ausgestellt. Nach Abzug von Skonto überweist der Kunde 58.310 €. Wie viel Prozent Skonto haben wir dem Kunden gewährt?
A. Der Skontosatz beträgt 3 %.
B. Der Skontosatz beträgt 2 %.
C. Der Skontosatz beträgt 19 %.
D. Der Skontosatz beträgt 1 %.
E. Der Skontosatz beträgt 5 %.
Auf welchem Konto werden Kundenchecks zunächst gebucht?
A. 4400 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
B. 2880 Kasse
C. 2400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
D. 2860 Schecks
E. 2470 Zweifelhafte Forderungen
Unser Kunde begleicht eine offene Rechnung per Banküberweisung. Wie wird dieser Vorgang gebucht?
A. 2800 Bank an 2600 Vorsteuer
B. 2800 Bank an 4800 Umsatzsteuer
C. 2800 Bank an 2400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
D. 2880 Kasse an 2400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
E. 2880 Kasse an 5001 Erlösberichtigungen
Wann wird ein Kundenscheck erstmals gebucht?
A. Erst wenn die Bank den Scheck dem Bankkonto gutschreibt.
B. Bei Erhalt des Schecks auf dem Konto 2860 Schecks.
C. Bereits bei Ausstellung des Schecks durch den Kunden.
D. Unternehmen können frei wählen, ob sie den Scheck bei Erhalt oder erst bei Bankgutschrift buchen.
E. Erst wenn der Scheck von der Bank endgültig abgerechnet wurde.
Skonti gehören zu den Preisnachlässen. Warum werden Kundenskonti trotzdem nicht auf einem Nachlasskonto für Einkäufe gebucht?
A. Das Nachlasskonto für Einkäufe ist ein Unterkonto des jeweiligen Aufwandskontos und wird bei Preisnachlässen auf der Einkaufsseite verwendet.
B. Kundenskonti vermindern den zuvor erzielten Erlös und werden deshalb als Erlösberichtigung erfasst.
C. Kundenskonti entstehen bei Verkaufsvorgängen, während Nachlasskonten für Einkäufe Preisnachlässe auf der Einkaufsseite erfassen.
D. Kundenskonti erhöhen den Aufwand und dürfen deshalb nicht auf einem Nachlasskonto gebucht werden.
E. Kundenskonti und Lieferantenskonti werden immer auf demselben Konto gebucht.








