Ein Kontenrahmen sorgt dafür, dass die vielen Konten der Buchführung nach einem einheitlichen System geordnet werden. Er gibt vor, welche Arten von Konten es gibt und wie diese systematisch nummeriert und gegliedert werden. Unternehmen können auf dieser Grundlage einen eigenen Kontenplan erstellen und die Konten auswählen, die sie tatsächlich benötigen. In deiner Ausbildung kann dir besonders der Industriekontenrahmen (IKR) begegnen, der speziell auf die Anforderungen von Industrieunternehmen ausgerichtet ist. Er besteht aus zehn Kontenklassen und trennt Finanzbuchführung und Kosten- und Leistungsrechnung in zwei Rechnungskreise. Wenn du seinen Aufbau verstanden hast, kannst du anhand einer Kontonummer bereits erkennen, welchem Bereich ein Konto zugeordnet ist.
Inhalte:
- Was ist ein Kontenrahmen?
- Warum gibt es einen Kontenrahmen?
- Was ist ein Kontenplan?
- Kontenrahmen und Kontenplan unterscheiden
- Welche Kontenrahmen gibt es?
- Was ist der Industriekontenrahmen (IKR)?
- Kontenklassen 0 bis 2: Aktive Bestandskonten
- Kontenklassen 3 und 4: Passive Bestandskonten
- Kontenklasse 5: Erträge
- Kontenklassen 6 und 7: Aufwendungen
- Kontenklasse 8: Ergebnisrechnung und Abschluss
- Kontenklasse 9: Kosten- und Leistungsrechnung
- Warum hat der IKR zwei Rechnungskreise?
- Gesamtergebnis und Betriebsergebnis unterscheiden
- Wie ist eine Kontonummer im IKR aufgebaut?
- Sind alle vier Ziffern im Kontenrahmen verbindlich?
- Warum werden Kontonummern verwendet?
- Welche Aufgaben hat ein Kontenrahmen?
- Was ist ein innerbetrieblicher Vergleich?
- Was ist ein zwischenbetrieblicher Vergleich?
- Kontenrahmen und elektronische Buchführung
- IKR und GKR unterscheiden
- Der Aufbau des IKR auf einen Blick
- Typische Geschäftsvorfälle: Konten erkennen und richtig buchen
Was ist ein Kontenrahmen?
Ein Kontenrahmen ist ein systematisches Ordnungssystem für die Konten der Buchführung. Er gliedert die für einen bestimmten Wirtschaftszweig beziehungsweise eine bestimmte Branche benötigten Sachkonten nach einem einheitlichen Schema.
Dadurch wird beispielsweise festgelegt, in welchen Bereichen du Konten für das Anlagevermögen, das Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten, Erträge oder Aufwendungen findest.
Der Kontenrahmen enthält dabei wesentlich mehr Konten, als ein einzelnes Unternehmen normalerweise benötigt. Er bildet deshalb zunächst einen Rahmen, aus dem das Unternehmen seine benötigten Konten auswählen kann.
Der Industriekontenrahmen ist nach dem dekadischen System, also dem Zehnersystem, aufgebaut. Die Konten werden dabei schrittweise von einer groben zu einer immer genaueren Gliederung unterteilt.
Warum gibt es einen Kontenrahmen?
Ein Unternehmen führt während eines Geschäftsjahres eine große Zahl unterschiedlicher Konten. Ohne ein Ordnungssystem wäre es schwierig, diese übersichtlich zu verwalten und Geschäftsvorfälle einheitlich zu buchen.
Ein Kontenrahmen sorgt deshalb dafür, dass ähnliche Konten systematisch zusammengefasst werden.
So lässt sich beispielsweise anhand der ersten Ziffer einer IKR-Kontonummer erkennen, welcher Kontenklasse das Konto zugeordnet ist. Dadurch wird die Buchführung übersichtlicher und kann leichter ausgewertet werden.
Einheitliche Kontenstrukturen erleichtern außerdem betriebsinterne Auswertungen und Vergleiche zwischen Unternehmen.
Was ist ein Kontenplan?
Der Kontenplan ist vom Kontenrahmen zu unterscheiden.
Der Kontenrahmen stellt eine umfangreiche Grundstruktur zur Verfügung. Ein Unternehmen benötigt jedoch normalerweise nicht alle darin vorgesehenen Konten.
Deshalb erstellt es auf Grundlage des Kontenrahmens einen individuellen Kontenplan. Darin befinden sich nur die Konten, die für die Geschäftsvorfälle dieses Unternehmens tatsächlich benötigt werden.
Ein Industriebetrieb mit eigenen Produktionsanlagen benötigt beispielsweise andere Konten als ein Unternehmen, das ausschließlich Dienstleistungen anbietet.
Kontenrahmen und Kontenplan unterscheiden
Die beiden Begriffe kannst du dir so merken:
Kontenrahmen
• Allgemeines Ordnungssystem
• Enthält viele mögliche Konten
• Gilt als Grundlage für eine Branche oder einen Anwendungsbereich
• Gibt die grundlegende Kontenstruktur vor
Kontenplan
• Betriebsindividuelle Auswahl
• Enthält die tatsächlich benötigten Konten
• Gilt für ein konkretes Unternehmen
• Wird an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst
Kurz gesagt:
Kontenrahmen = allgemeine Vorlage
Kontenplan = individuelle Auswahl eines Unternehmens
Welche Kontenrahmen gibt es?
Es gibt unterschiedliche Kontenrahmen, die sich in ihrem Aufbau und ihrem Anwendungsbereich unterscheiden.
Für deine Ausbildung sind vor allem zwei Begriffe interessant:
• Industriekontenrahmen (IKR):
Der IKR ist auf Industrieunternehmen ausgerichtet. Er folgt dem Abschlussgliederungsprinzip und trennt Finanzbuchführung und Kosten- und Leistungsrechnung in zwei Rechnungskreise.
• Gemeinschaftskontenrahmen (GKR):
Der GKR ist älter und nach dem Prozessgliederungsprinzip aufgebaut. Er orientiert sich stärker am betrieblichen Ablauf von Beschaffung über Produktion bis zum Absatz und arbeitet im Unterschied zum IKR mit einem Einkreissystem.
Welcher Kontenrahmen in deiner Ausbildung beziehungsweise einer Prüfungsaufgabe verwendet wird, hängt vom Ausbildungsberuf und der konkreten Aufgabenstellung ab.
Was ist der Industriekontenrahmen (IKR)?
Der Industriekontenrahmen, kurz IKR, ist ein Kontenordnungssystem für Industrieunternehmen.
Er besitzt zehn Kontenklassen mit den Ziffern 0 bis 9.
Die Kontenklassen 0 bis 8 gehören zum Bereich der Finanzbuchführung. Die Kontenklasse 9 ist für die buchhalterische Abwicklung der Kosten- und Leistungsrechnung vorgesehen.
Der IKR orientiert sich beim Aufbau der Finanzbuchführung am Jahresabschluss. Die Bestandskonten der Klassen 0 bis 4 folgen grundsätzlich der Bilanzgliederung, während sich die Erfolgskonten der Klassen 5 bis 7 an der Gewinn- und Verlustrechnung orientieren.
Die zehn Kontenklassen des IKR
Die zehn Kontenklassen kannst du folgendermaßen einordnen:
Kontenklasse 0
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Kontenklasse 1
Finanzanlagen
Kontenklasse 2
Umlaufvermögen und aktive Rechnungsabgrenzung
Kontenklasse 3
Eigenkapital, Wertberichtigungen und Rückstellungen
Kontenklasse 4
Verbindlichkeiten und passive Rechnungsabgrenzung
Kontenklasse 5
Erträge
Kontenklasse 6
Betriebliche Aufwendungen
Kontenklasse 7
Weitere Aufwendungen
Kontenklasse 8
Ergebnisrechnung und Abschlusskonten
Kontenklasse 9
Kosten- und Leistungsrechnung
Die Kontenklassen 0 bis 2 enthalten damit im Wesentlichen aktive Bestandskonten. Die Klassen 3 und 4 enthalten passive Bestandskonten. Die Klassen 5 bis 7 bilden den Erfolgsbereich.
Kontenklassen 0 bis 2: Aktive Bestandskonten
Die Kontenklassen 0 bis 2 erfassen vor allem das Vermögen des Unternehmens.
Dazu gehören beispielsweise:
• Grundstücke und Bauten
• Technische Anlagen und Maschinen
• Betriebs- und Geschäftsausstattung
• Finanzanlagen
• Vorräte
• Forderungen
• Bankguthaben
• Kassenbestand
Diese Konten erscheinen grundsätzlich auf der Aktivseite der Bilanz.
Kontenklassen 3 und 4: Passive Bestandskonten
Die Kontenklassen 3 und 4 betreffen vor allem das Kapital und die Verpflichtungen des Unternehmens.
Dazu gehören beispielsweise:
• Eigenkapital
• Rückstellungen
• Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
• Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
• Sonstige Verbindlichkeiten
Diese Positionen werden grundsätzlich auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen.
Kontenklasse 5: Erträge
In der Kontenklasse 5 werden Erträge erfasst.
Dazu gehören beispielsweise Umsatzerlöse und weitere Ertragsarten.
Ertragskonten beeinflussen den Unternehmenserfolg positiv und werden am Ende des Geschäftsjahres über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.
Kontenklassen 6 und 7: Aufwendungen
Die Kontenklassen 6 und 7 enthalten Aufwandskonten.
Die Kontenklasse 6 umfasst insbesondere betriebliche Aufwendungen. Dazu zählen beispielsweise Material- und Personalaufwendungen sowie weitere Aufwendungen, die im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit entstehen.
In der Kontenklasse 7 befinden sich weitere Aufwendungen.
Aufwandskonten vermindern grundsätzlich den Unternehmenserfolg und werden ebenfalls über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.
Kontenklasse 8: Ergebnisrechnung und Abschluss
Die Kontenklasse 8 wird für die Ergebnisrechnung sowie Eröffnungs- und Abschlusskonten genutzt.
Hierzu gehören insbesondere:
• Eröffnungsbilanzkonto (EBK)
• Schlussbilanzkonto (SBK)
• Gewinn- und Verlustkonto (GuV)
Das Eröffnungsbilanzkonto wird zur Eröffnung der Bestandskonten verwendet.
Über das Schlussbilanzkonto werden die Bestandskonten am Ende des Geschäftsjahres abgeschlossen.
Über das Gewinn- und Verlustkonto werden die Aufwands- und Ertragskonten abgeschlossen.
Kontenklasse 9: Kosten- und Leistungsrechnung
Die Kontenklasse 9 nimmt innerhalb des IKR eine besondere Stellung ein.
Sie ist für die buchhalterische Abwicklung der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) vorgesehen. Die KLR kann allerdings auch außerhalb der Finanzbuchführung beispielsweise mithilfe von Tabellen, Betriebsabrechnungsbögen oder anderen Kostenrechnungen durchgeführt werden.
Damit bildet die Kontenklasse 9 den Bereich des zweiten Rechnungskreises.
Warum hat der IKR zwei Rechnungskreise?
Der Industriekontenrahmen arbeitet nach einem Zweikreissystem.
Dadurch werden Finanzbuchführung und Kosten- und Leistungsrechnung voneinander getrennt.
Es gibt:
Rechnungskreis I: Finanzbuchführung
und
Rechnungskreis II: Kosten- und Leistungsrechnung
Diese Trennung ist ein wichtiges Merkmal des IKR.
Rechnungskreis I: Finanzbuchführung
Zum Rechnungskreis I gehören die Kontenklassen 0 bis 8.
Hier werden die Bestände sowie Aufwendungen und Erträge der Finanzbuchführung erfasst.
Die Bestandsrechnung wird über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen. Die Erfolgsrechnung wird über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.
Dadurch wird der Unternehmenserfolg beziehungsweise das Gesamtergebnis der Finanzbuchführung ermittelt.
Rechnungskreis II: Kosten- und Leistungsrechnung
Der Rechnungskreis II umfasst die Kosten- und Leistungsrechnung.
Sie untersucht den eigentlichen betrieblichen Leistungsprozess und arbeitet mit Kosten und Leistungen.
Ihr Ergebnis ist das Betriebsergebnis.
Die KLR kann über die Kontenklasse 9 geführt werden. In der Praxis und auch in Lernaufgaben wird sie häufig außerhalb der Finanzbuchführung in Tabellen durchgeführt.
Gesamtergebnis und Betriebsergebnis unterscheiden
Für das Verständnis der beiden Rechnungskreise solltest du die Ergebnisse auseinanderhalten.
Rechnungskreis I → Gesamtergebnis
Hier werden die Aufwendungen und Erträge der Finanzbuchführung berücksichtigt.
Rechnungskreis II → Betriebsergebnis
Hier werden die Kosten und Leistungen des eigentlichen betrieblichen Leistungsprozesses gegenübergestellt.
Zwischen beiden Rechnungskreisen besteht eine Verbindung über die Abgrenzungsrechnung. Dabei werden unter anderem neutrale Aufwendungen und Erträge von der KLR abgegrenzt und gegebenenfalls kostenrechnerische Korrekturen vorgenommen.
Wie ist eine Kontonummer im IKR aufgebaut?
Der IKR verwendet ein dekadisches Ordnungssystem. Jede weitere Ziffer verfeinert die Zuordnung des Kontos.
Die Hierarchie lautet:
1. Ziffer = Kontenklasse
2. Ziffer = Kontengruppe
3. Ziffer = Kontenart
4. Ziffer = Kontenunterart
Damit wird die Einordnung von Ziffer zu Ziffer genauer.
Kontenklasse
Die erste Ziffer einer Kontonummer zeigt die Kontenklasse.
Beispiel: 2
Die Kontenklasse 2 gehört im IKR zum Umlaufvermögen und zur aktiven Rechnungsabgrenzung.
Kontengruppe
Die ersten zwei Ziffern bilden die Kontengruppe.
Beispiel: 28
Die Kontengruppe 28 umfasst die flüssigen Mittel.
Kontenart
Die ersten drei Ziffern bestimmen die Kontenart.
Beispiel: 280
Die Kontenart 280 steht für Guthaben bei Kreditinstituten.
Kontenunterart
Mit der vierten Ziffer erhältst du die genaueste Gliederungsebene.
Beispiel: 2801
Ein Unternehmen kann damit beispielsweise ein Guthaben bei einem bestimmten Kreditinstitut genauer untergliedern. Westermann verwendet als Beispiel für 2801 ein konkretes Bankkonto.
Damit kannst du die Kontonummer 2801 schrittweise lesen:
2 → Kontenklasse
28 → Kontengruppe
280 → Kontenart
2801 → Kontenunterart
Sind alle vier Ziffern im Kontenrahmen verbindlich?
Nicht jede einzelne vierstellige Kontonummer muss für jedes Unternehmen identisch genutzt werden.
Der Kontenrahmen gibt die grundlegende Gliederung vor. Innerhalb dieser Struktur kann ein Unternehmen seinen Kontenplan an den eigenen Bedarf anpassen und weitere Unterteilungen vornehmen.
Nach der von Westermann beschriebenen IKR-Systematik sind insbesondere die ersten beiden Ziffern für die grundlegende Branchenstruktur vorgegeben, während die weitere Unterteilung an betriebliche Bedürfnisse angepasst werden kann.
Deshalb können dir in betrieblichen Kontenplänen zusätzliche oder anders weitergegliederte Unterkonten begegnen.
Warum werden Kontonummern verwendet?
Kontonummern erleichtern die Arbeit in der Buchführung.
Statt bei jeder Buchung eine lange Kontenbezeichnung vollständig auszuschreiben, kann das betreffende Konto mithilfe einer kurzen Nummer eindeutig zugeordnet werden.
Beispielsweise lässt sich ein Konto im Kontenplan schnell über seine vierstellige Nummer finden.
Besonders für die elektronische Datenverarbeitung ist eine systematische Nummerierung sinnvoll. Buchhaltungsprogramme können Konten dadurch eindeutig erkennen, sortieren und auswerten.
Welche Aufgaben hat ein Kontenrahmen?
Ein Kontenrahmen erfüllt mehrere wichtige Funktionen.
Er sorgt zunächst für eine systematische Ordnung der Sachkonten. Konten mit ähnlichen Eigenschaften werden zusammengefasst und nach einem einheitlichen Schema gegliedert.
Dadurch schafft der Kontenrahmen außerdem eine Grundlage für:
• eine übersichtliche Buchführung,
• einheitliche Kontenbezeichnungen und Kontengruppen,
• innerbetriebliche Vergleiche,
• zwischenbetriebliche Vergleiche,
• betriebswirtschaftliche Auswertungen,
• eine systematische Datenverarbeitung.
Einheitlich gegliederte Konten erleichtern insbesondere die Vergleichbarkeit und Auswertung von Rechnungswesendaten.
Was ist ein innerbetrieblicher Vergleich?
Bei einem innerbetrieblichen Vergleich werden Daten desselben Unternehmens miteinander verglichen.
Beispielsweise könnte ein Unternehmen untersuchen:
Wie haben sich die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr entwickelt?
Oder:
Sind die Materialaufwendungen gegenüber dem vergangenen Geschäftsjahr gestiegen?
Durch eine gleichbleibende Kontenstruktur lassen sich solche Entwicklungen leichter erkennen
Was ist ein zwischenbetrieblicher Vergleich?
Bei einem zwischenbetrieblichen Vergleich werden wirtschaftliche Daten verschiedener Unternehmen miteinander verglichen.
Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn Unternehmen derselben Branche ihre Kostenstrukturen, Produktivität oder andere Kennzahlen gegenüberstellen.
Einheitlich strukturierte Kontenrahmen erleichtern solche Vergleiche, weil wirtschaftlich ähnliche Vorgänge nach vergleichbaren Kriterien geordnet werden können.
Kontenrahmen und elektronische Buchführung
Eine systematische Kontengliederung ist auch für die elektronische Buchführung wichtig.
Jedes Konto lässt sich anhand seiner Nummer eindeutig identifizieren. Dadurch können Buchhaltungsprogramme Geschäftsvorfälle bestimmten Konten zuweisen und anschließend Auswertungen erstellen.
Kontonummern ermöglichen damit eine schnelle und strukturierte Verarbeitung großer Mengen an Buchungsdaten.
In der betrieblichen Praxis werden neben branchenspezifischen Kontenrahmen beispielsweise auch die DATEV-Standardkontenrahmen SKR 03 und SKR 04 verwendet. Diese unterscheiden sich wiederum in ihrer Gliederungslogik vom IKR.
IKR und GKR unterscheiden
Für deine Ausbildung solltest du insbesondere den grundlegenden Unterschied zwischen IKR und GKR kennen.
IKR - Industriekontenrahmen
• Gliederungsprinzip: Abschlussgliederungsprinzip
• Rechnungssystem: Zweikreissystem
• Kontenklassen: 0 bis 9
• Trennung von Finanzbuchführung und KLR: ja
GKR - Gemeinschaftskontenrahmen
• Gliederungsprinzip: Prozessgliederungsprinzip
• Rechnungssystem: Einkreissystem
• Kontenklassen: 0 bis 9
• Trennung von Finanzbuchführung und KLR: nicht in derselben Form.
Der IKR orientiert sich beim Aufbau stark an Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Der GKR folgt dagegen stärker den betrieblichen Abläufen von Beschaffung, Produktion und Absatz.
Der Aufbau des IKR auf einen Blick
Für die wichtigsten Grundlagen kannst du dir merken:
Kontenklassen 0–2: aktive Bestandskonten
Kontenklassen 3–4: passive Bestandskonten
Kontenklasse 5: Erträge
Kontenklassen 6–7: Aufwendungen
Kontenklasse 8: Ergebnisrechnung und Abschluss
Kontenklasse 9: Kosten- und Leistungsrechnung
Außerdem gilt:
1. Ziffer = Kontenklasse
2. Ziffer = Kontengruppe
3. Ziffer = Kontenart
4. Ziffer = Kontenunterart
Je mehr Ziffern du betrachtest, desto genauer kannst du ein Konto innerhalb des Kontenrahmens einordnen.
Typische Geschäftsvorfälle: Konten erkennen und richtig buchen
In welcher Kontenklasse des Industriekontenrahmens (IKR) befinden sich die Konten, die für die Kosten- und Leistungsrechnung vorgesehen sind?
A. Kontenklasse 10
B. Kontenklasse 4
C. Kontenklasse 3
D. Kontenklasse 6
E. Kontenklasse 9
Welche zwei Rechnungskreise werden im Industriekontenrahmen (IKR) unterschieden?
A. Rechnungskreis I: Finanzbuchführung
B. Rechnungskreis I: Personalrechnung
C. Rechnungskreis II: Kosten- und Leistungsrechnung
D. Rechnungskreis II: Finanzbuchführung
E. Rechnungskreis II: Anlagenbuchhaltung
In welchen Kontenklassen des Industriekontenrahmens (IKR) befinden sich die Bestandskonten?
A. In den Kontenklassen 0 bis 2
B. In den Kontenklassen 3 bis 5
C. In den Kontenklassen 5 bis 7
D. In den Kontenklassen 0 bis 4
E. In den Kontenklassen 0 bis 9
Welche Reihenfolge beschreibt die Hierarchie im Industriekontenrahmen (IKR) richtig?
A. Kontenart > Kontenklasse > Kontengruppe > Kontenunterart
B. Kontenklasse > Kontengruppe > Kontenunterart > Kontenart
C. Kontengruppe > Kontenklasse > Kontenunterart > Kontenart
D. Kontengruppe > Kontenklasse > Kontenart > Kontenunterart
E. Kontenklasse > Kontengruppe > Kontenart > Kontenunterart








